Medusa erhob sich
Wirres Geschlängel
Warf ihr Haupt
Von Seit zu Seit
Und sie preschte vor
Raste auf mich zu
Und ihr Blick –
ich hatte das Gefühl,
durchbohrte mich –
Glich einem
Steinschlag
Ohne Schlag
Ich sah zu Boden
Medusas Klänge
Meine Trommelfelle platzten
Blut lief
Langsam, dunkel
Meinen Schädel runter
Mein Blick
Gen Boden
Die Augen
Fest verschlossen
Roch ich
Ihren Atem
Sie hielt inne
Harte aus
Direkt vor mir
Schwefelgeruch
Ammoniak und
Ein Hauch von Thymian
Umgab sie wie
Der omnipräsente Duft
Von einem Bad im
Original Eau de Cologne
Ihr Blick blieb
Unbeweglich
Mystisch starr
Und ich schrie:
„was willst du?
wer bin ich,
dass ich deines
blickes würdig?“
Medusa lachte
kreischend auf
„du bist niemand.“
Ich versuchte
Zu verstehen
„du bist wie jeder.
ungewollt, ausversehen
und töricht in
dein verderben gerannt.“
Medusa bäumte
Sich auf
Ich spürte ihre Größe
„schau mich an,
du Mensch!
sieh mein antlitz,
meine schönheit,
meine pracht!“
Mein Kopf wurde –
wie auch immer –
erhoben
Und meine Augenlider
Wurden leicht
Fast schwebend
„sieh in meine augen,
du wurm.
dein verderben,
dein ende,
dein fluch
werde ich sein.“
Ich gab nach
Meinen Kopf
Richtete ich auf
Meine Lider
Öffnete ich
„warum tust du das?
du bist prachtvoll
und majestätisch.
du bist mächtig
und einer göttin gleich.“
Ich atmete aus
Sprach weiter
„kein herz
wird je
dein herz
erreichen
da steine
leider nie erweichen.“
Mein Blick
Schweifte zu Medusa
Ich suchte ihren Blick
Doch sie war
Fort
Nur ein leichter Hauch
Von Thymian und Ammoniak
Lag in der Luft
Ich verstand nicht
Und ich dachte
Dachte nach
Dachte weiter
Ich vergaß
Die Flucht
Bis heute
Weit ins Morgen
Ich wartete
Und warte
Warte auf Medusa
Auf eine Erklärung
Wenn auch nur
In Form von
Einem kleinen Blick
Text © by Ranndy Frahm
Grafiken und Fotos © by Ranndy Frahm
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